
| Home |
|
| Schildkröte | |
| Fische | |
| Hubschrauber | |
| Login | |
| Impressum | |
| Viel Spass beim lesen! Damian |
|
|
|
|
Meine LieblingskolummnenAusser meiner eigenen, natürlich... |
|||||
| www.lileks.com | www.undersexed.de | ||||
| James Lileks, Star Tribune, Minneapolis - Eine schier unerschöpfliche Fundgrube. Englisch. |
"ausgewählte
Lebensarten in Aachen" - Öcher Maschinenbau- studenten berichten aus ihrem Leben (oder was sie dafür halten). Pervers. |
||||
|
|
|||||
Webradio - die AlternativeFür alle, denen der musikalische Dünnschiss von RPR, Antenne, Big und den anderen Schwachmaten nicht zusagt.Die Links funktionieren nicht mit jedem Player, muss man ausprobieren. |
|||||
| frequencejazz.com zuhören |
P-FunkRadio.com zuhören |
swissgroove.ch zuhören |
60's
Rock zuhören |
WEFUNK zuhören |
|
| Wie der Name schon sagt... | Besser
als
Wefunk! |
Jazz,
Funk, Lounge, Soul, Trip-Hop, Downtempo, Latin |
Hat meistens gute Musik. | Funk in allen Varianten. | |
|
|
|
Der Kommentar |
|
| Zurück zu den neueren Seiten! |
|
|
|
|
| Sonntag, 27.05.2007 |
"Reizüberflutung"Es war mal wieder Zeit für einen Ausflug aufs Wasser.Das Wetter war durchwachsen und nicht mit dem ewigen Südseewetter der letzten Wochen zu vergleichen, das ging schon eher in Richtung "Nordsee" hin. Und genau das war die Absicht - mal wieder bei Regen paddeln zu gehen. Wann hats das schon zum letzen Mal gegeben? Muss wohl in Schweden gewesen sein... Das Licht gibt der Landschaft bei bedecktem Wetter eine ganz andere Atmosphäre. Wo sonst alles knallig hell und bunt ausgeleuchtet ist wird nur mehr in schwarzweiss gesendet. ![]() ![]() ![]() ![]() Die Wellen gaben ein beachtliches Bild ab. Das habe ich so auch noch nie vorher auf dem Rhein gesehen. Gegen Mittag gab es dann die gewünschten Sinneseindrücke von oben in Form eines gewaltigen Regenschauers. Absolut sehenswert, wie die Regentropfen auf das Wasser knallen und die Wasseroberfläche in einen Wassernebel verwandeln! Im Ingelheimer Hafen musste ich wie immer warten bis die Fähre weg war. Während dessen ergab sich eine angeregte Unterhaltung mit einem alten Seebären, der am Ufer auf die "Robert Stolz" wartete um eine kleine Rundfahrt zu machen. 23 Jahre sei er nach dem Krieg auf einem Dampfer mit 2x550 PS Dampfmaschine den Rhein rauf und runter gefahren. Durch das Binger Loch wäre man nur mit gutem Horoskop gekommen und seine Frau hätte er insgesamt 3 mal in verschiedenen Häfen gesehen, dann hätte man auch schon geheiratet. So war das also damals. Heute sei er Besitzer von 6 Fahnenmasten zwischen 6,5 und 7,5 Meter und ginge gerne zum Essen auf die "Robert Stolz", denn da sei es preiswert und gut. Ausserdem hat das Schiff noch ein herkömmliches Ruder, ansonsten wollte er nicht mitfahren. Aha. So ungefähr 20 Minuten bekam ich einen Abriss über das Leben auf dem Rhein während der letzten 60 Jahre. Dann musste er pinkeln gehen, die Fähre war weg und ich fuhr weiter stromaufwärts. Bei der Bootswerft Schneider (km 506,7) kam die Brücke des Schiersteiner Hafens in Sicht. "Jetzt gilt's!" dachte ich mir und war überrascht wie wenig Strömung auf dieser Seite des Rheins ist. Naja, vielleicht hat auch der Westwind geholfen der inzwischen ziemlich kräftig das Tal entlang fegte. Die Stromüberquerung nach Schierstein habe ich mir dann angesichts des dichten Verkehrs und meiner ermatteten Arme verkniffen und ging an einem prima Sandstrand gegenüber der Brücke ans Ufer - genau 21,5 km stromaufwärts vom Start in Gaulsheim. "Zurück geht's einfacher" dachte ich mir nach einer kurzen Pause. Haha, selten so gelacht! Der Westwind hatte weiter zugenommen, die Wellen waren so hoch dass ich in den Wellentälern nicht mehr drüber sehen konnte. Klasse - genau so hatte ich mir das gewünscht! Mehr unter als über Wasser ging es dann mit immerhin noch im Mittel 10 km/h wieder nach Westen Richtung Gaulsheim zurück. War schon anstrengend. Irgendwo zwischendurch dachte ich an Halluzinationen durch Zuckermangel oder so als ich einen Rodel-Schlitten am Ufer liegen sah. Wenn kein Schnee mehr fällt fängt man an nach neuen Einsatzbereichen für Wintersportgeräte zu suchen: Skier werden zu Wasserski, Snowboards werden zu Wakeboards und der Schlitten - naja. Wieviel PS muss ein Boot haben um den Schlitten sinnvoll übers Wasser ziehen zu können? Offenbar muss der Versuch gescheitert sein. Am Ende in Gaulsheim noch eine eklige Überraschung: das Wasser strömt aus der Fulder Aue heraus statt hinein! Eigentlich klar - hätte man durch überlegen auch drauf kommen können. Aber ich hatte immer das Bild von den Yachten vor Augen, die mit Schwung vom Rhein in die Aue hineinschiessen. Mit einem Kajak stellt sich die Sache dann etwas anders dar. Aber es gab kein Vertun: hier musste ich durch, oder der nächste Halt wäre Trechtingshausen gewesen! Nochmal fahre ich DA nicht hinein! Nach fünfeinhalb Stunden und 40,5 km war es dann genug mit Paddeln. Die nächste Marke sind die 50km, da muss ich aber noch ein bischen üben. Beim Packen des Autos gab es noch eine skurrile Szene, in der sich eine hörbar pfälzische Familie lautstark lachend gegenseitig verprügelte bis einer der offenbar unter Drogen stehenden Söhne rückwärts in den brennesselbestandenen Graben kegelte, während der Vater laut brüllte "Hau ihm eine rein!" und die zwei kleinen Töchter laut vor Freude kreischend umhersprangen. Die haben jedenfalls jede Menge Spass gehabt. Ich auch! |
|
|
|
| Samstag, 28.04.2007 |
"Insider im Outdoorshop"Frau Angelika Jäger gehört ja mal eindeutig zu den Urgesteinen der Frankfurter "Globetrotter" Filiale. Als solches (solche? - nein, es heisst ja "DAS" Urgestein) verfügt sie (es? - nee, eindeutig auch nicht) natürlich über langjährige Verkaufserfahrung, auch wenn sie es vielleicht gar nicht so bezeichnen mag."Beraterin" kommt da schon eher hin, oder - in Anbetracht der Innenstadtlage und vergleichsweisen räumlichen Nähe zum Frankfurter Finanz- und Bullshitviertel - doch eher "Senior Consultant" oder dergleichen. Hätte ich mal den Typen gefragt, der heute kurzbeinig und mittelmäßig übergewichtig in den Laden kam! Der hätte sicher zuverlässig Auskunft über die aktuelle sprachliche Entwicklung im "Business" geben können. "Typischer Büromensch" taxierte ich schon beim ersten Anblick seines in eine weiße Hose gepressten Hinterns. An mein rechtes Ohr drangen Stücke eines Gespräches zwischen Frau Jäger und Herrn Presswurst: "... eine Hose? ja, da hätten wir hier was ganz aktuelles..." Frau Jäger griff in den Ständer für untersetzte Größen und zog ein Beinkleid hervor. "Das entspricht doch dem was Sie gerade tragen - steht Ihnen sicher ausgezeichnet!" Herr Presswurst zeigte sich unentschlossen. Eine helle Hose musste es schon sein, das war klar. Frau Jäger legte nach: "Sommerlicher Stil, ganz leicht und leger!" Die unter der Schirmmütze - halt, Entschuldigung: "Basecap" - hervorgebrummelte Antwort des Büromenschen verschschwamm im allgemeinen Geräuschteppich und er verschwand mit der neuen Hose unter dem Arm zur Anprobe. Das wiederum rief mir mein eigenes Anliegen in Erinnerung zurück, nämlich ebenfalls eine solche Kabine zu ergattern. Schwer genug, sich was passendes aus den Regalen zusammenzusuchen. Fast unmöglich aber, am Samstag vormittag die Klamotten auch mal anzuprobieren! Das "Liegestuhl-mit-Handtuch-blockier"-Syndrom macht scheinbar auch vor Anprobekabinen nicht halt und so war natürlich nichts zu machen. "Aha, so ist das also" dachte ich mir. "Die Leute, die mir sonst die Liegen in der Rheinwelle versperren, sind tagsüber hier anzutreffen!" Ich sah mich nach bekannten Gesichtern wie dem "Saunadepp", "Doc Leary" oder "Badelatsche" um, aber die schienen doch alle entweder gerade Liegen zu reservieren oder woanders einkaufen zu gehen. Während ich noch sinnierend da stand wurde eine der begehrten Kabinen frei und ich sprang, blitzschnell meine Chance nutzend, hinein und zog eilig den Vorhang zu. Einige Zeit später fand ich mich mit meinen zukünftigen Kleidungsstücken zwischen den Regalen des Ladens wieder. Und richtig: Auch Herr Presswurst hatte seine Anprobe beendet und ließ sich erneut beraten! Diesmal ging es um ein passendes T-Shirt zur Hose; Frau Jäger lief zur Hochform auf. Der gewählte Satzbau und die Formulierungen des Herrn Presswurst riefen vor meinem geistigen Auge Bilder von Versicherungsvertretern, Bankberatern und Börsenfuzzis hervor. Presswurst passte auch irgendwie besser in einen dunkelgrauen Anzug - sein derzeitiges "Outfit" wirkte nicht wirklich authentisch. War das der Grund für seinen Einkauf? "Wahrscheinlich macht er werktags fiese Insidergeschäfte" ging es mir durch den Kopf, "und abends geht er zu After-Work-Partys um mit seiner halblegalen Knete Sekretärinnen abzuschleppen." "Und jetzt will er vor seinen Heuschrecken-Kumpels zeigen was für ein lockerer Typ er am Wochenende ist..." "Und jetzt zeigen Sie mir doch bitte noch ein paar T-Shirts!" bat er Frau Jäger. "Schick muß es sein, das ist die Hauptsache." meinte Presswurst aufgekratzt. "Schick!" Ganz klar - Presswurst hatte kein Interesse an Qualitätsmerkmalen der angebotenen Ware. Seine Entscheidungskriterien lagen anders. Ich dachte derweil: "Mmmhh.... schick. Junge, sieh dich mal im Spiegel an und überleg dir ob du nicht erst mal bei deinem Hintern anfängst..." Frau Jäger wechselte zu einem anderen Ständer und zog einige bunt bedruckte Stücke hervor. "Oh ja, mit Logo!" Presswurst kam in Fahrt! "Es muss ein Logo-Shirt sein, möglichst auffällig!" "Logoshirts hätten wir dann hier." Frau Jäger schaltete ihr Beraterprogramm auf die neuen Entscheidungskriterien um und zog die Naturfreund-Karte: "Sehr modische Aufdrucke. Der Hersteller hat in dieser Kollektion zahlreiche Natur-Motive realisiert. Und das wird Sie interessieren: ein Teil der Erlöse geht in Umweltschutzprogramme, also tun Sie damit auch noch gleich etwas für die Natur!" Presswurst war kurzfristig eingebremst und parierte ihren Vorstoß mit einigen weniger laut geäußerten Bekundungen "das Engagement des Herstellers natürlich sehr zu begrüßen". Er sei ja auch ganz für Umweltschutz und Hilfe für die Armen in der dritten Welt. "Aber diese Logos sind mir zu brav. Das Logo muß laut sein, wissen Sie, es muß schreien!" Die Party, zu der Presswurst das T-Shirt tragen will, dürfte sicher kein "Dritte-Welt-Themenabend" werden. Frau Jäger reagierte konsterniert, aber gefaßt und führte Herrn P. zu einem weiteren Kleiderregal. Schon beim ersten Blick hellte sich seine Mine merklich auf und er fing an die ausgelegte Ware auf "Lautheit" zu überprüfen. Offenbar zufrieden mit dem Beratungsergebis entließ er "Senior Consultant" A. Jäger vorläufig aus seinen Diensten: "Sehr gut, sehr gut. Sie haben mich hier auf die Spur gesetzt. Ich werde das jetzt durcharbeiten und komme später wieder auf Sie zu!" Frau Jäger bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen: "Selbstverständlich, ich hoffe ich konnte Ihnen bis hier hin helfen!" "Absolut, absolut!" rief Herr Presswurst ihr hinterher und grub sich tiefer in die T-Shirt-Stapel hinein. Auch diesmal bleibt es unserer Fantasie überlassen, welches Logo demnächst den Bauch des Herrn P. zieren wird. Ich hoffe nur, daß er das Shirt groß genug wählt damit es nicht nur laut, sondern auch schick ausfällt. Ansonsten wäre es denkbar, daß sich demnächst ein Gericht mit der Frage beschäftigt ob Globetrotter in seinen Geschäften Zerrspiegel aufstellen darf... |
|
|
|
| Sonntag, 22.04.2007 |
"Aaner druffgescheppt"Wäre ich die Stromschnelle etwas mehr von links angefahren; hätte ich den Baum rechts umfahren; wär ich nicht ins flache Wasser rein: Man kann immer alles besser machen. Alte Paddler-Weisheit.Also ging es heute wieder nach Gaulsheim um der "Heidenfahrt-Höllentour" noch einen draufzusetzen; und zwar von Heidenfahrt aus noch zusätzlich im Heidenfahrter Nebenarm bis oben rauf und dann zurück. Im Klartext: Von Kilometer 524 in Gaulsheim nach oben über Ingelheim, Mariannenaue, Heidenfahrt bis zum Ausgang bei Kilometer 508,5 und dann im Strom zurück. Jedes Mal wird mir klarer, daß es schwer sein dürfte ein schöneres Stück Rhein zu finden. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Beim Inselchen in Gaulsheim gibt es Schildkröten. Eine größere war zu sehen und außerdem zwei kleine "Jungkröten", so ungefähr 1 Jahr alt. Bild siehe unten. In der Mariannenaue hat man nicht wirklich das Gefühl mitten in Deutschland auf dem Rhein herumzufahren. Die kleine Bachmündung hat wegen Niedrigwasser etwas nachgelassen, siehe im Vergleich dazu die Bilder vom 15.4.07. Ausserdem kann man da prima Pause machen und in der Sonne ein Häppchen einnehmen. Geht nichts über ein gutes MRE - aber danach hat mir das Zeug schwer im Magen gelegen. Ist ja klasse wenn man nach dem Essen im Sessel rumliegen kann, aber falls noch Leistung gefragt ist ... kein Wunder dass die Amerikaner alle ihre Kriege verlieren wenn sie ihre Leute mit dem Kram füttern! ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Aber was solls: geschmeckt hats trotzdem. Eine der Schildkröten ließ sich sogar in aller Ruhe fotografieren. Sieht für mich wie eine Rotwange aus, kann aber auch eine verfärbte Gelbwange gewesen sein. Auf dem Rückweg gab es eine Überraschung bei Kilometer 521, da ist nämlich ein super Sandstrand zu finden. Halt nur per Boot zu ereichen, was aber nichts schadet angesichts der Menschenmassen die sich ansonsten über die Ufer ergießen. Ergossen hat sich auch ein wackrer Bootsmann, den die Blase von den vielen Ankerbieren zu sehr drückte: der fuhr nämlich im Gummiboot extra von seiner Yacht weg, stellte sich dann in aller Ruhe hin und ergänzte das Volumen des Rheins um wertvolle Kubikzentimeter. Oder eher Kubikmeter, so lange wie der vor sich hin strullte... Ein Vorteil des Kajaks ist ganz klar die fast lautlose Bewegung! Der gute Mann bemerkte mich in ungefähr 2m Entfernung. Er schüttelte ab, verzog keine Miene sondern statt dessen am Starterseil seines Aussenborders und machte sich davon. Ein Stück weiter gab es noch ein Pärchen der Unterschicht zu besichtigen. Sie im modischen Schwimmring-Design (warum sind Frauen heute überwiegend so grotesk fehlproportioniert?) und er als dünner Hering, auf den Schultern vorne links und rechts je ein Judenstern eintätowiert und über die Plauze ein mutmaßlich sinnfreier Spruch, schön in Fraktur. Auch eintätowiert. Würde mich interessieren wie das in 20 Jahren aussieht? Abends eine weitere Überraschung: kein Halligalli am Strand in Gaulsheim, sondern Ruhe und Beschaulichkeit! Ach so, die Strecke: Alles in allem 31 Kilometer. Muss ich aber noch mal genau ausmessen. Ahoi Damian |
|
|
|
| Sonntag, 15.04.2007 |
"Paddeltour auf dem Rhein"Eine völlig neue Perspektive ergab sich zufällig von einer Woche als wir mehr oder weniger zufällig entdeckten dass man von Ingelheim praktisch ohne Strömung bis nach Heidenfahrt paddeln kann. Naja, ein Blick in Google Maps hätte das vorher schon ergeben, aber man sieht eben immer nur das was man kennt...Heute gab es davon die Weicheierversion, nämlich von Heidenfahrt runter bis zum Anfang der Mariannenaue, dann innen hoch, über den Steindamm und zurück flussabwärts nach Heidenfahrt. Anbei ein paar Bilder davon. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
|
|
|
| Freitag, 13.04.2007 |
"Neue Attraktion in der Rheinwelle"Daß die Rheinwelle sich allgemeiner Beliebtheit erfreut war ja schon seit längerem bekannt.Aber heute gab es was besonderes: "Concerto Grosso" im Badeteich! Der wurde nämlich ruck zuck von einer Froschplage befallen und mit Sonnenuntergang setzte ein Froschkonzert ein das seinesgleichen sucht. Statt in die Sauna zu gehen krochen die Badegäste mit blanker Nudel im Dunkeln auf allen Vieren am Teich herum um die Frösche zu finden. Klasse. |
|
|
|
| Freitag, 09.03.2007 |
"Südfrüchte, die fünfte"Hat die Russenmafia eine politische Orientierung? Meiner Ansicht nach dürfte sie doch eher ins konservative Lager tendieren, vielleicht sogar an einer Wiedererrichtung des Zarentums interessiert sein. Wie das zu Zeiten des Zaren war ist z.B. im Geschichtsroman "Tsushima" von Frank Thiess beschrieben - das dürften doch geradezu paradiesische Zustände gewesen sein. Außer
Drogenhändlern und der Legion Kondor ist also
möglicherweise
auch die Russenmafia in das Geschäft mit Apfelsinen und
dergleichen involviert. Beleg dafür ist das neue Exemplar aus
meiner Citrusfrucht-Etiketten-Sammlung:Apfelsinen Marke "Zar". Zum Design gibt es nicht viel zu sagen: einfach, unverschnörkelt und klar in der Aussage. Möglicherweise wird es auch für Tomaten, Kirschen oder ähnliches verwendet, das sieht man nicht so genau. Die Albenfruit S.L. läßt sich da auf keine klare Aussage ein; geht sogar auf Tauchstation, wie die unfertige Internetpräsenz unter www.albenfruit.es beweist. Mitglied in der Vereinigung "Citrusalge" sind sie auch noch. Interessant finde ich die Verbotsschild- artigen (oh Mann, wie schreibt man das jetzt wirklich richtig?) Symbole am linken Bildrand. Was sollen die wohl bedeuten? |
|
|
|
| Dienstag, 06.03.2007 |
"Die Citrobots schlagen wieder zu"Anbei ein neues Etikett aus der nimmermüden Erfinderwerkstatt der spanischen Früchte-Industrie.Dieses finde ich besonders gelungen und sehe es als erfrischende Abwechslung zu den inzwischen doch leicht angestaubten 60er-Jahre Designs an. Insbesondere sieht es so aus, als ob hier eine neue verklausulierte Botschaft transportiert werden soll! ![]() "Fresh Fantasy". Die Figuren bestehen nur aus Gesichtern - aha, verzerrte Wahrnehmung also. Das unterstützen die Gesichter, ganz besonders das in der Mitte und der "Rasta" ganz rechts - völlig abgedreht, im Koma. Der kleine König (2 v.l.) hat Größenwahn, und die Figur (2 v.r.) ist offenbar im Geschwindigkeitsrausch. Seht euch diese Pac-Man-Figuren genau an. Erinnern irgendwie an die seltsamen Fussball-WM-Figuren von 2006, diese waren halt noch pillenförmiger. Geht es um Mandarinen oder um Ecstasy-Pillen? Die nur sehr mäßige Qualität der Früchte trägt auch nicht gerade zur Annahme bei daß es sich hier um professionelle Mandarinenzüchter handelt - vielleicht nur ein Tarngeschäft? In den Früchten habe ich keine Pillen gefunden, aber auffällig sauer waren sie. Mein Gesichtsausdruck war weit von den oben gezeigten Darstellungen entfernt. Vielleicht sollte ich doch auf die beworbene Ware bestehen und die Pillen nachfordern? |
|
|
|
| Sonntag, 04.03.2007 |
"MoFi 2007"Gestern abend habe ich aus lauter Langeweile mal die "Tagesthemen" angesehen. Schlafen ging nicht, das hatte ich ja unvernünftigerweise schon nachmittags erledigt - Einkaufen gehen ist halt sehr ermüdend!Statt Dagmar Berghoff (oder wie hiess die gleich?) stierte mir da "Tom Buhrow" entgegen - Verwirrung meinerseits war die Folge. Als ich den Fernseher zum letzten mal an hatte saß der doch noch in Washington vor einer Fototapete mit dem Weissen Haus drauf? Wie auch immer, nach den Berichten über randalierende Deutsche in Dänemark (die können scheinbar auch nicht schlafen) hieß es plötzlich draußen wäre Mondfinsternis, die wäre aber nur im sonnigen ("mondigen"?) Westen zu sehen weil über Mordor, d.h. dem Rest der Republik, die Wolken der Finsternis ruhen würden. Ich also gleich auf den Balkon und richtig - gerade bedeckte der Erdschatten ein Stückchen Mond. Da ich sonst nichts zu tun hatte baute ich Stativ und Kamera auf um das Spektakel mal richtig zu dokumentieren. Nach dem ersten Testbild war mir klar: "mit Automatikprogramm komm ich hier nicht weiter!" Den Selbstauslöser für wackelfreie Dauerbelichtung fand ich noch relativ schnell. Weniger einfach gestaltete sich die Bedienung des "Manual Mode" der Kamera - wahrscheinlich muss man dafür 12 Finger an jeder Hand haben um alle Tasten gleichzeitig drücken zu können. Klappte jedenfalls nicht; und im Dunkeln schon gleich zweimal nicht. Nach einigem Hin und Her hatte ich dann passende Einstellungen gefunden und es konnte losgehen. Solange der Mond noch mehrheitlich hell war gab es dann auch keine Probleme, mal abgesehen davon daß krasse Kontraste irgendwie immer zum überstrahlen neigen. Eine knappe Stunde später war der Mond dann abgedunkelt und die Belichtungszeiten wurden so richtig lang. Beim Ansehen der Bilder dann die Erkenntnis: der Schweinemond bewegt sich; und zwar so schnell daß er in 10 Sekunden deutlich verwischt. So ein Ärger - daß wären die schönsten Fotos geworden! Kurz bevor es mir zu kalt wurde - und rechtzeitig zum Eintritt in den Kernschatten - zogen dann Wolken auf und die Vorstellung war beendet. Schade. Aber immerhin gibt es ja das Internet und da sehe ich mir dann den Rest der Veranstaltung auf http://www.mondfinsternis.org/ an. In diesem Zusammenhang fällt mir ein daß ich noch das Handbuch zur Kamera suchen muß. Bis nächstes Jahr im Februar hab ich jetzt ja wieder Zeit! |
|
|
|
| Freitag, 02.03.2007 |
"A Year In The Merde"Lange kein so schönes Buch mehr gelesen. Da geht es um einen Engländer, der in Frankreich für einen Fleischkonzern eine "original englische Teehauskette" aufbauen soll. Der Hintergrund: das Image des Fleischkonzerns hat in Zeiten von BSE stark gelitten - bei den Franzosen kommt es halt nicht gut an wenn man sein Geld mit Hackfleisch aus Rindern verdient. Auch wenn eben diese Franzosen "Hamburger" und Fastfood aller Art lieben...Clarke läßt am Anfang kein Klischee aus, das man bei der Begegnung eines Engländers mit den Bewohnern von Paris erwartet. Erst mal stehen die kulturellen Unterschiede im Berufsleben im Vordergrund, dann kommen sexueller und Wohnungsnotstand auf die Tagesordnung; später soll ein Wochenendhaus gekauft werden, dann stellt man sein Projekt ein und er muß sich als Englischlehrer durchschlagen. Nach und nach verwandelt sich der korrekte Engländer unmerklich aber sicher in einen echten, korrupten Franzosen. Nicht zu Unrecht verweist der Autor im Text auf "Apocalypse Now", wo der Held ähnlich degeneriert und mit fortschreitender Handlung nach und nach alle Schichten der westlichen Moralvorstellungen und Zivilisation ablegt bis es zum Ende nur noch um Herrschaft und Leben bzw. Sklaverei und Tod geht. Naja, ich übertreibe maßlos. Ganz so schlimm ist die Story nicht - ich hab beim Lesen selten so gelacht. Sehr zu empfehlen! Stephen Clarke, "A Year In The Merde", 2005 |
|
|
|
| Dienstag, 20.02.2007 |
"Ein faires Angebot"Vorhin saß ich in der Küche und kaute mir eine Schüssel Müsli ("Kölln", Heidelbeergeschmack) zum Abendessen rein. Weil das Kauen an sich recht öde ist durchforstete ich gleichzeitig die zahlreich umherliegenden Blättchen und Zeitungen. Andere machen das wenn sie auf dem Klo sitzen (also nicht kauen, nur lesen). Mir ja ein Rätsel - aber davon will ich jetzt nicht anfangen.![]() Bei meiner Forstarbeit fiel mir also das aktuelle Programmheft des Palmengartens in Frankfurt in die Hände. Erst mal das Titelbild - ein absoluter Hingucker. Das Blättchen zwischen zwei Löffeln Müslipampe hin und her gedreht: Aha, mmmhh - auf der Rückseite sind die Eintrittspreise. "Erwachsene,
Kinder, Gruppen...""Behinderte." "Alte über 80 Jahre freier Eintritt - " "Blinde freier Eintritt." Blinde? In der Schmetterlingsshow?! Für einen Moment bleibt mir der Mund offen stehen. Gleich wieder zu gemacht, soll ja kein Müsli rausfallen... Ok, Blinde werden in die Oper geführt, auf Konzerte, in Museen wo sie was anfassen können, zur Parfümprobe oder in den Streichelzoo. Aber Schmetterlinge! Müssen Blinde da rein um festzustellen daß Schmetterlinge weder Geräusche machen noch stinken? Dafür stehen sie dann den anderen im Weg herum (denen die was sehen könnten wenn nicht überall Blinde herumstünden... ) Naja, jedenfalls müssen sie nichts dafür zahlen - so gesehen ein faires Angebot. Erinnert mich an mein Erlebnis mit dem Blinden bei Massa. Kommt es mir nur so vor oder häufen sich in letzter Zeit solche Erlebnisse? |
|
|
|
| Mittwoch, 14.02.2007 |
"Sind
die Russen schon da?"
Der Satz ging mir auf Anhieb durch den Kopf als ich das
folgende selbstgemalte Schild am Rand der K2233 vor Schwaig
sah. |
|
|
|
| Donnerstag, 08.02.2007 |
"Innovation 2. Null" Was tun wenn
auf der vorletzten Seite
der "IKB aktuell" noch Platz ist?
Na klar, einfach ein paar Buzzwords aneinander gereiht, Innovation
drüber geschrieben und schon hat man einen suuuper
Artikel.Im Wesentlichen geht es darum daß man im Innovationsmanagement sich vermehrt der Methoden des "Web 2.0" bedient und den "Content" durch die "Community" erstellen läßt. "Open Innovation" also. Und zur Messung des Innovationserfolges wählen wir die Einheit "Megaflop"? Gruss aus der Innovationsecke Damian |
|
|
|
| Samstag, 27.01.2007 |
"Behörde zur Beratung im Umgang mit Behörden?" Leider
finde ich das Interview nicht welches heute früh im Deutschlandfunk (oder
dradio?) so um halb neun lief.Da war der hessische "CIO" Harald Lemke zu hören wie er sinngemäß den Aufbau einer Hotline nach New Yorker Vorbild propagierte. Und richtig - die Idee ist gar nicht neu! Schon seit 2003 wird die Hotline "NYC 3-1-1" betrieben und laut Cisco inzwischen in 20 anderen Städten nachgeahmt. Herr Lemke möchte dazu dezentale Callcenter einsetzen. Wahrscheinlich in Indien, oder aber in Hünfeld (Hessisch-Sibirien) - und wahrscheinlich besetzt mit unbewaffneten Hartz-IV-Empfängern die vorher eine Ausbildung im Telefonieren erhalten haben. Im Rahmen des Interviews befragte hessische Bürger bewiesen ein hohes Maß an Realitätssinn über den mutmaßlichen Erfolg der Maßnahme: " Wenn des aach wieder ää Behörde is werd des nix!" Eine Aussage welche durch ihre Knappheit und Präzision überrascht! Leider steht zu befürchten, daß CIO Lemke in diesem Punkt für Abhilfe sorgt indem er seinen Masterplan weiter vorantreibt. Dann gibt's zusätzlich zu inkompetenter Beratung noch saftige Gebühren. Der Sheriff von Nottingham läßt grüßen... |
|
|
|
| Freitag, 26.01.2007 |
"Mehr hessisches Gebabbel" Es war zu befürchten -
Rolli Koch und seine Kumpane haben wieder eine neue Kampagne gestartet!Nachdem sie sich im Rennen um den besten Startplatz beim Rosenmontagszug schon die Pole Position gesichert haben, gehen sie jetzt erneut in die Offensive. Diesmal geht es - getreu dem Motto "Hessen vorn!" - um die technische Ausbildung unserer Jugendlichen. Und das machen sie gründlich: Angefangen von den kleinsten Kindergartenpimpfen über Schüler und Azubis bis hin zu den noch unentschlossen ins Leben torkelnden Abiturienten. Also, los gehts: Die Initiative „Tekno-Now“ 2007 soll für mehr Technikbegeisterung bei Kindern und Jugendlichen sorgen. "Booaahh, goil ey, Tekno!" Wie bitte? Tekno? Ein Tippfehler? Meinen die vielleicht Tech-No? Keine Technik? Oder bin ich nur zu alt um das zu verstehen... aber ja, die Überschrift richtet sich ja an Kindergartenkinder. Vorab empfehle ich erstmal den Text auf der Webseite des Landesportals Hessen zu lesen. Allerdings ist zu befürchten, daß die angesprochene Zielgruppe von den vielen kleinen Buchstaben verschreckt weitersurft... |
|
|
|
| Montag, 22.01.2007 (immer noch) |
"Englische Tradition"Beim Lesen dieser Überschrift fallen den meisten Menschen wohl zuerst die Queen und der Buckinghampalast ein, Leute in staubigen Perücken, vorsintflutliche U-Bahnen und uralte Pubs. Viele verbinden damit aber auch Seefahrergeschichten, Fischer, Piraten und Strandräuber, die sogar in Kinderbüchern der englischen Astrid Lindgren - Enid Blyton - gerne zitierte Klischees abgeben.Klar, daß bei so vielen Zitaten etwas Wahres dran sein muß; und den Beweis liefern die Engländer gleich öffentlich zur besten Sendezeit mit indem sie den gestrandeten Frachter "Napoli" ausräumen. Leute, passt auf eure Wertsachen am Strand auf und geht nicht nachts vor Cornwall segeln! |
|
|
|
| Montag, 22.01.2007 |
"Notstand in Poppenreuth?"Gerade war es in den Nachrichten:Der Viagra-Hersteller Pfizer will sein Werk in Feucht schließen. Aber da ist ja auch schon der Hersteller des Kondomaten gescheitert. (Ich weiß - der war geschmacklos, aber es passte gerade so schön...) |
|
|
|
| Samstag, 20.01.2007 |
"Neues von der Mandarinenfront"Anbei meine neueste Errungenschaft aus Spanien:![]() Mandarinen Marke "Rotkehlchen". Ich kenne mich mit Ornithologie ja nicht so aus, aber ganz sicher ist das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) nicht der Wappenvogel Spaniens. Jedenfalls scheint mir diese Bezeichnung bizarr genug um auch dieses Produkt in meine Indiziensammlung aufzunehmen. Rotkehlchen, mmmhh, mal sehen: - macht einen roten Hals? - brennt wie Feuer beim Essen? - ist förderlich für den Gesang (aber dann wäre es ja eher "Goldkehlchen")? Insgesamt klingt das für mich wie eine Warnung vor allergieauslösenden Konservierungsmitteln. Auffällig sind übrigens neben dem scheinbar zufällig gewähltem Namen die grünen Streifen über dem Logo. Die Ähnlichkeit zu Tilla's Citrus-Ohrschützern ist frappierend! Die Fahndung geht weiter! Damian |
|
|
|
| Freitag, 19.01.2007 |
"Grotesk"Gerade eben beim Einkaufen:ich stehe sinnierend vor dem Gemüsestand und stiere herausfordernd die Sellerieknollen an. "Hey, ihr Knollen, Lust zum Abendessen vorbei zu kommen?" Aber die Sellerie sind eher einsilbig und bleiben dröge im Regal liegen. Noch während ich mich an einige attraktive Südfrüchte (Tilla? Heidi? Juanita?) heranmachen kann, wird meine Aufmerksamkeit von einem weißen Stock gefangen, der sich links und rechts tastend den Gang entlang bewegt. Der Stockträger ist offenbar blind und rammt eine Tomatenkiste. Daß er sie nicht ganz herunterreißt verdankt er seiner Begleiterin - augenscheinlich seine Freundin oder Frau. "Wie kommt ein Blinder an eine so gut aussehende Frau?" schießt es mir durch den Kopf. "Eine häßliche hätte es doch auch getan!" Merkt es ein Blinder eigentlich wenn man das Licht im Zimmer ausmacht? Wahrscheinlich nicht... |
|
|
|
| Sonntag, 14.01.2007 |
"Das Ende eines Biotops"Nachrichten über irgendwelche Umweltkatastrophen findet man heute täglich in den Medien. Die langfristig absehbaren wie Waldsterben oder Klimaerwärmung überraschen niemanden mehr, man hat sich halt dran gewöhnt und nimmt die Veränderung nicht mehr wahr."Gab es nicht früher mal eine Fischsorte namens Kabeljau? - Kann sein, kann mich nicht so genau erinnern..." Nur die Amerikaner sind wie immer etwas neben der Spur und haben voller Überraschung den Eisbären auf die Liste der bedrohten Tierarten gesetzt nachdem sie ihm vorher das Eis unterm Arsch weggeschmolzen haben. Die medienwirksameren Ereignisse sind allerdings Tankerkatastrophen und Ölpest, explodierende Fabriken und Giftgaswolken oder Gewässer, die sich zu unpassender Zeit - nämlich bei bestem Badewetter - in kürzester Zeit von erfrischenden Badeseen in stinkende Kloaken verwandeln. Kein Wunder also daß ich diesen Artikel schreibe. Eine unangenehme Überraschung gab es heute morgen bei der täglichen Vollzähligkeitsmusterung im Krebsaquarium. Beim Öffnen der Tür zog mir schon ein strenger Geruch in die Nase. Jaaa, ich gebe zu daß es in meinem Zimmer nicht immer nach Veilchen riecht, aber sooooo.... Schon der erste Blick ins Becken machte das ganze Ausmaß der Tragödie sichtbar. Das Wasser eine stinkende Brühe, jede Menge Leichen am Boden (DAS hätte der Schildkröte geschmeckt!), der Filter praktisch verstopft. Was für eine Sauerei! Über die Ursache kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Das Wasser war ja wie immer zuletzt vor einer Woche gewechselt worden, und normalerweise hält es mindestens zwei Wochen durch. Noch gestern abend war alles in bester Ordnung! Zur Zeit habe ich das Futter von JBL im Verdacht, das ist nämlich ebenfalls seit genau einer Woche im Einsatz. Wenn ich so darüber nachdenke meine ich mich zu erinnern daß ich genau dieses Phänomen schon mal hatte und darauf hin wieder zum deutlich teureren Tetra-Futter umgestiegen bin. Geiz ist geil. Wasserwechsel war schnell gemacht und gottlob haben die drei größten Krebse die Giftattacke überlebt. Es riecht halt noch etwas streng, aber alles in allem haben die Hilfsmaßnahmen sichtbar gegriffen. Eine neue, sparsamere Heizung habe ich auch schon, fahre öfters mit dem Fahrrad statt Auto und Kabeljau esse ich auch nicht mehr. Schade daß da die Konsequenzen nicht auch so schön sichtbar werden... |
|
|
|
| Dienstag, 09.01.2007 |
"Hessen lacht zur Fassenacht"Eine Überschrift, so alt wie Onkel Otto, das staubige Maskottchen des Hessischen Rundfunks (kennt den noch jemand?).Aber immer wieder zutreffend; und diesmal werden vor allem die Mainzer über die Nachbarn von der "eebsch Seit'" lachen! ![]() Sämtliche Mainzer Büttenredner danken jetzt Jokus, holen ihre Bleistifte raus und überarbeiten noch mal ihr Programm. Ihr Programm überarbeitet übrigens auch die CDU. Wie konnte es zu diesem Fauxpas kommen? Auf Anhieb stechen zwei Hauptverdächtige ins Auge: - die Fassenachter in Mainz, - Herr Koch und die CDU. Hier meine Theorie. Auch wenn es nie bewiesen wurde: die Wahlsiege der Hessen-CDU waren doch in letzter Zeit irgendwie fragwürdig. Wahlkampfgelder aus dunklen Quellen, Bestechungsversuche an den Freien Wählern - warum nicht auch mal einen unliebsamen Gegner "verschlafen lassen"? Dazu die Möglichkeit, ihn der "brutalstmöglichen" Schmähung durch die verhassten Mainzer Narren auszusetzen - das ist doch wie Jackpot im Lotto und Sonderzahlung von der EU gleichzeitig. Koch ist ja selber engagierter Fassenachter wie seine zahlreichen Mitgliedschaften in den einschlägigen Vereinigungen nahelegen. In diesem Zusammenhang sieht man übrigens hier ein bemerkenswertes Beispiel für das Wirken dieser Vereinsmenschen... Und auch in Mainzer Vereinen trägt er gerne seine Schellenkappe zur Schau... Könnte hier nicht auch auf Betreiben der Mainzer Fassenachts-Lobby für ein echtes "Raketen"-Thema gesorgt worden sein? Eine Hand wäscht die andere, nach dem Motto "Gibst Du mir einen Lacher schaff ich Dir Deine Opposition vom Hals?" Schwarze Konten der Hessen-CDU im Ausland, d.h. in Mainz? Vielleicht konnte der/die zuständige Mitarbeiter/in aber auch einfach nicht mehr richtig lesen und schreiben. Da passieren die tollsten Sachen! Damian |
|
|
|
| Donnerstag, 04.01.2007 |
"Marketing für Anfänger"Gestern habe ich auf der Arbeit das alte Archiv nach verschüttetem Wissen durchforstet. Genauso wenig wie die NASA heute eine Mondrakete bauen kann weil die Pläne von den Motten gefressen wurden, können wir heute so was altmodisches wie eine Wasseraufbereitung für Dampfkessel herstellen.Da trifft es sich, wenn man im Gegensatz zur NASA noch über alte Unterlagen aus der Zeit vor dem Mikroprozessor verfügt. Vieles, was in den alten staubigen Ordnern auf vergilbtem Thermo-Faxpapier und original "Xerographien" abgebildet ist mutet aus heutiger Sicht irgendwie naiv an. Etwas überrascht hat es mich
dann allerdings schon, die nebenstehende Seite
aus einer Informationsbroschüre sauber abgeheftet zu finden:Kondomat? Dampfkessel? Wasseraufbereitung? Beim zweiten Blick ist klar, daß es sich NICHT um einen Kondomautomaten handelt. Sondern um den Versuch, die Worte "Kondensat" und "Automat" miteinander zu verbinden. Putzig! Ich vermute mal daß die spanischen Citrobots (auch Spandroiden genannt...) anno 1972 bei Mahn und Co in die Lehre gegangen sind. Moment Mal - wo haben die ihren Sitz? Nürnberg? Wahrscheinlich in Poppenhausen oder Feucht? Na da wundert mich nichts mehr. Damian |
|
|
|
| Samstag, 23.12.2006 |
"Die Spanier schon wieder"Ja, richtig: ich war wieder Mandarinen kaufen!Und ratet mal was ich heute mitgebracht habe: ![]() Tilla hat Gesellschaft bekommen und ihre Freundin Heidi mitgebracht. "Gaaanz alte Traditionssorte, die 'Heidi'-Mandarine" höre ich förmlich den Vertriebsleiter der Agro-Citrica de Picasent Coop. sagen. "Wurde damals im Winter '36 von den Jungs der Legion Condor so getauft als sie feststellten dass sie in Spanien anstatt in Danzig gelandet waren." Dafür spricht auch das strenge Design des Schriftzuges. Also so langsam habe ich den Verdacht, daß doch ein System hinter diesen Namen steckt. Vielleicht werden die Etiketten auch von schlecht programmierten Automaten entworfen, so eine Art wildgewordenes Citrusfrucht-Botnetz das jetzt nach und nach den Markt mit Spam-Etiketten flutet? Die ganze spanische Citrus-Industrie von Androiden unterwandert? Ausserirdische am Ende? Mir kommt das spanisch vor - ich bleibe am Ball! |
|
|
|
| Donnerstag, 21.12.2006 |
"Wintersonnwende"21. Dezember.Der einzig wahre Ort für diesen Tag ist der Polarkreis, um dort zuzusehen wie die Sonne nicht aufgeht! Aber das muss man wohl selber erlebt haben um es zu verstehen... |
|
|
|
| Sonntag, 17.12.2006 |
"Ein Abend in der Rheinwelle"Samstag ist Badetag!Diese Sitte hat sich im Rheinhessischen Hügelland bis in die heutigen Tage erhalten; und wo früher der Zinkzuber mit lauem Wasser, Kernseife und Wurzelbürste in klammen Bauernkaten aufgestellt wurde steht heute die "Rheinwelle" mit allen Mitteln zur Verfügung. Das Publikum ist international, sogar aus Hessen reisen bisweilen Badegäste an. Ein überzeugendes Angebot an Speisen und Getränken führt allerdings dazu, daß mancher lieber den Abend an Tisch und Tresen verbringt als sich bei 100°C den Kasteiungen eines Sauna-Aufgusses auszusetzen. Insgesamt scheint mir die gute alte Saunakultur etwas in Vergessenheit zu geraten. Wo man früher mit stolzgeschwellter Brust, erhobenen Hauptes und blanker Nudel durch die Anlage schritt, drücken sich zunehmend verklemmte Badegäste herum; offenbar irritiert von dem Schild am Eingang "Textilfreie Zone", aber trotzdem eingepackt in Handtücher und Badeanzüge als ginge es darum eine Nordpolexpedition mit Tauchgang zu bestreiten. Naja, früher war ja alles besser. Lolek, Bolek, Igor und Iwan am Nachbartisch sind jedenfalls schon bester Laune, allerdings sind die Gläser vor ihnen leer. Lolek und Bolek machen sich also auf in Richtung Bar um Nachschub zu ordern, wie 99,9% aller anderen Saunagäste mit Handtuch um den Hintern. Während sich selbiges bei Bolek stramm um den Bauch spannt, hängt es beim eher dürren Lolek ziemlich lose herum. An der Bar angekommen ordert Lolek "zwei Wajzen und noch zwei Wajzen mit Banansaft und Kirsch". Das allerdings überfordert die freundliche, aber planlose Bedienung und es kommt zum Stau, der von den herandrängenden, ausgedörrten Zechern - gerade war ein Aufguss zu Ende - mit Murren quittiert wird. Die eben noch entspannte Stimmung schlägt um, jeder will als erster dran sein und die Bedienung ruft nach nebenan um Hilfe. Nach einigen Minuten sind dann die gewünschten "Wajzen" angemischt. Bolek hat sich sein Getränk bereits gegriffen und eilig in Sicherheit gebracht, was Lolek vor die undankbare Aufgabe stellt die verbliebenen drei Gläser zum Tisch tragen zu müssen. Jahrelange Erfahrung auf dem Bau macht sich schlagartig bezahlt, er manövriert die Gläser geschickt durch das Menschenknäuel in Richtung Tisch. Dummerweise löst sich jetzt aber das Handtuch welches er ja bekanntlich nur lose umgebunden hat und rutscht mit jedem Schritt weiter herunter. Lolek hoppelt und versucht das Malheur durch heben des linken Beines zu verhindern. Für einen kurzen Moment balanciert er da auf einem Bein, drei Gläser in den Händen und das Handtuch am ausgestreckten Fuß, aber vergeblich - das Handtuch fällt. Das eben noch so grimmige Publikum am Tresen verstummt schlagartig, fängt an zu feixen, vergisst den Kampf um Pils, Weizen und Schorle und schaltet auf "schadenfroh" um. Wird Lolek es schaffen? Inzwischen hat er festgestellt daß auf der Schräge des zum Bad hin abfallenden Weges Weizengläser nicht stehenbleiben - scheiss Schwerkraft! Die umstehenden Gäste drängeln sich jetzt vor, jeder will sehen was als nächstes passiert , erstes Gelächter wird laut. Zur mutmaßlichen Enttäuschung des Publikums passiert aber - nichts. Lolek läßt das Handtuch liegen, bringt die Gläser ans Ziel und sammelt anschließend sein Handtuch ein. Bolek, Igor und Iwan begrüßen ihn mit schallendem Gelächter am Tisch und die nächste Runde wird ausgerufen. Glaube ich jedenfalls. Solchermaßen aufgeputscht wird es Zeit meine Lieblingssauna aufzusuchen, die "Panoramasauna". Von da hat man einen prima Blick auf die rheinhessischen Hügel links und rechts der Selz, und der Bismarckturm wird vorweihnachtlich als Kerze illuminiert. Der Badeteich ist auch gleich dabei um drohendem Hitzschlag vorzubeugen. "Gut voll", stelle ich fest. Alle Bänke dicht besetzt, aber neben dem Fenster oben ist noch Platz. Die zwei anabolikagestylten Architekturstudenten aus dem Umkleideraum sind auch schon da und haben in einer hinteren Ecke Quartier bezogen. Nach ein paar Sekunden tritt Ruhe ein und alle starren aus dem Panoramafenster. Ab und zu tropft leise Schweiss aufs Holz, klar - die Handtücher haben sie ja alle umgewickelt anstatt untergelegt. Draussen spazieren Leute hin und her, gelegentlich versucht sich einer am Badeteich und flieht in der Regel prustend aus dem Wasser. Hinter mir rumort es. Irgendwer macht sich an der Rückseite der Sauna zu schaffen. Was sich zuerst wie Husten anhört, wandelt sich über ein Rülpsen zu einem würgenden Geräusch. Die ersten Sauna-Insassen werden aufmerksam und sehen sich verwundert um. Das Würgen hat jetzt eine mehr vollmundige Note und der Patient spuckt das Abendessen wieder aus. "Na hoffentlich nicht in den Teich" denke ich mir! Eine ganze Weile geht das so. Ob das Essen aus der Bar schlecht war? Zuviele "Wajzen" gezecht? Hitzschlag? Der eine Architekturstudent beugt sich unterdessen nach vorne ohne zu bedenken daß er sein Handtuch hinter den Rücken geklemmt hatte. Dieses fällt natürlich prompt durch einen schmalen Spalt hinter der obersten Bank nach unten und ist weg. Er angelt noch eine Weile mit dem Arm danach, aber der ist von den vielen Anabolika zu dick - er kommt nicht dran. Sein Kollege bekommt derweil einen Lachkrampf, kann sich aber mit Mühe beherrschen und beide verlassen fluchtartig den Raum. Kurz hört man sie noch lachen, dann tritt Ruhe ein und für mich wird es ebenfalls Zeit an die frische Luft zu gehen. Kurze Kontrolle hinter der Sauna ergibt nichts wesentliches, der Patient wurde offenbar schon abtransportiert. Im Teich ist sichtbar nichts von des Mannes Abendessen gelandet - das liegt flächig neben der Sauna auf dem Boden verteilt. Gott sei Dank ist es da nicht so hell. Jetzt aber schnell den Teich durchschwommen und selber an die Bar. Danach kommt nicht mehr so die rechte Motivation zu Höchstleistungen auf und so neigt sich der Saunaabend dem Ende zu. Rheinwelle - immer wieder zu empfehlen! |
|
|
|
| Donnerstag, 14.12.2006 |
"Wie beim Zahnarzt"Vor einiger Zeit habe ich mich im Affekt zur Teilnahme an einem Betriebshelferkurs hinreissen lassen. Kaum daß ich den Anmeldezettel unterschrieben hatte schossen mir auch schon blutverschmierte Erinnerungen an meine letzten Erste-Hilfe-Kurse durch den Kopf:Bilder von abgetrennten Gliedmaßen, offene Knochenbrüche, heraushängende Gedärme, Bleistifte durch Hände gestochen, Erbrochenes wie man es sonst nur auf dem Wilhelmshavener Bahnhofsklo oder Stephans Geburtstagsfeiern zu finden pflegt. So oder ähnlich ging es da zu, mit drastischen Bildern wie im Horrorfilm. Oder war das am Ende gar kein Erste-Hilfe-Kurs...? Wie auch immer, seit meiner Ausbildung bei der Marine (wo mit plakativer Darstellung aller denkbaren Möglichkeiten ja nie gegeizt wurde) hatte ich gegen solche Kurse ein Abneigung wie sonst nur gegen Zahnarztbesuche. Also ging es gestern mit äußerst gemischten Gefühlen zum Ausbildungszentrum der Johanniter in Bretzenheim. Frühstück hatte ich in Erwartung der bekannten Dias und Lehrfilme schon mal gleich pauschal ausgelassen; ein Kollege wusste immerhin daß es Kaffee frei gab. Die Tatsache daß der Kurs mit genau 4 Teilnehmern sehr übersichtlich war, verbesserte meine Stimmung auch nicht sonderlich - war das doch der Garant dafür daß alles besonders ausführlich gezeigt werden würde. Um so größer war meine Überraschung als sich zeigte daß sich an den Lehrmethoden in den letzten 20 Jahren scheinbar doch etwas geändert hat. Kein wildes Gemetzel, keine verwackelte Laienspielfilme mit kreischenden Amputationsopfern und dergleichen! Statt dessen eine übersichtliche, sachliche Darstellung von Situationen die man im Alltag doch öfters erlebt als man meint. Hatte ich zu Beginn des Kurses gesagt "nie gebraucht", so stand am Ende die Erkenntnis daß ich mindestens die Hälfte der beschriebenen Verletzungen und Notfälle doch selber schon mal gesehen habe. Naja, so endete das wie beim Zahnarztbesuch - alles halb so schlimm und zum Schluß sogar noch was nützliches gelernt! Kann ich jedem nur empfehlen. |
|
|
|
| Montag, 11.12.2006 |
"Stubenfliege"Heute hat meine Hubschraubersammlung ein neues Mitglied bekommen.Der T-Rex trägt seinen Namen völlig zu Unrecht, so winzig ist er! Ganze 70 cm Rotorkreis bringt er aufs Parkett. Die Bauteile sind so klein daß man sie ohne Pinzette teilweise gar nicht mehr richtig montieren kann (jedenfalls ich nicht). Ziemlich chaotisch verlief das Einstellen: erst passte die Wirkrichtung des Kreiselsystems nicht und statt des Rotors drehte sich der Rumpf, dann waren die Laufrichtungen der Rollservos anzupassen und schliesslich machte der Nickservo aus mir unerklärlichen Gründen einen größeren Steuerweg als die Rollservos. Aber dann war es geschafft und der erste Hopser durchs Zimmer lief glatt über die Bühne. An die hibbelige Reaktion dieses Zwergs muss ich mich allerdings erst noch gewöhnen - der Logo reagiert dagegen ja wie ein fliegender Öltanker. Hoffentlich ist am Wochenende Hubschrauberwetter... |
|
|
|
| Samstag, 2.12.2007 |
"Gastland heute: Spanien"Größter europäischer Produzent von Apfelsinen, Heimat des Sangria, der Kastagnetten, des Flamenco und Gitarrenspiels.Die Kombination aus alle dem, dazu ein gerüttelt Maß an heißer Sonne auf den Kopf, führt zu solch sonderbaren Kreationen wie diesem Etikett einer Mandarinenkiste. ![]() Hat dieses Kind vom vielen Gitarrenspiel schmerzende Ohren? Sonnenbrand? Oder machen die nicht näher zu erkennenden Südfrüchte selber Geräusche wie man eventuell aus den grün anskizzierten "Blättern" schließen könnte? Das Design des Schriftzugs "Tilla" drängt jedenfalls nach rechts davon, auf der Flucht wie von einer Welle angetrieben. Die Farben lassen auch nichts gutes erahnen was den Geisteszustand des Grafikers angeht. Letztes Rätsel bleibt aber, wer um Himmels willen dieses Etikett genehmigt und zum Druck freigegeben hat. |
|
|
|
| Freitag, 1.12.2007 |
"Nuppi zieht um"vom Seitenkopf in die Kommentarspalte - die Schlagzeile verdient jetzt erst mal "Tilla". Ich
stelle vor: meine Lieblingsplastik!Steht auf Sylt am Strand rum um und macht Glubschaugen. Spontan fiel mir das Wort "Schwanzlurch" ein als ich das Ding zum ersten Mal sah. Später fand ich, es sähe eher wie ein "Nuppi" aus. Aber: die Präzision der Linienführung, die Symmetrie, die klare Aussage - das Ding ist wie eine gute Kurzgeschichte. Finde ich. |
|
|
|
| Mittwoch, 15.11.2006 | Autokauf anno 1996, Teil 3. (Zur Erinnerung - hier gibt es Teil 1) "Beim Auto-Stürmer"Dienstag abend - es ging schon auf sechs zu - machte L. seine tägliche Ronde ueber den Parkplatz des neu ansässigen "Auto-Stuermer". Schon seit Weihnachten stand bekanntlich dort das 2,4-Liter-Modell des Transporters ohne Fenster und Sitze.In der Werkstatt brannte noch Licht. L. äugte durchs Fenster in die Halle und richtig: ein typischer Automechaniker mit schmierigen Händen kam herbei und gruesste freundlich. Ob er ihm helfen könne, fragte er und L. kam sogleich zur Sache. Diensteifrig holte H.Stuermer die Autoschluessel und L. machte sich an die Besichtigung des Fahrzeugs. "Ordentlich, ordentlich!" dachte er sich als er durch die Heckklappe ins Innere des Laderaums ging. Alles bestens in Schuss, nicht unbedingt normal fuer ein 4 Jahre altes Auto, das gewerblich benutzt wurde! Gummimatte auf dem Boden, Presspappenverkleidung an den Seitenwänden - alles bestens. Durch die Seitentuer wieder raus: alles leichtgängig, nichts verbogen. Auch gut! Wie H.Stuermer bestätigte, lässt sich die obere Hälfte der Laderaumabtrennung ohne weiteres entfernen. Er wies auch gleich darauf hin, dass nachträglicher Fenstereinbau keinerlei Problem wäre; Autoglas Reifenberger wuerde das fuer 400,- (+ das Fenster, versteht sich) machen. Der Fahrersitz schien bequem zu sein. Zwar wirkte der Innenraum recht spartanisch, aber zweckmässig. Auch hier alles tadellos; Radio war auch vorhanden. Besonders der freie Durchgang zwischen den Sitzen könnte noch sinnvoll zu nutzen sein! Der Motor sprang auf Anhieb an. Die Startprozedur verlief ähnlich wie beim Landrover: mit reichlich ölqualm und Höllenlärm. Aber schon nach wenigen Minuten stellte L. zufrieden fest, dass keinerlei sichtbare Abgase mehr dem etwas rostigen Auspuffrohr entwichen. L. beschloss: "Ohne Probefahrt läuft da nichts!" und öffnete die Motorhaube. Der Fuenfzylindermotor war quer eingebaut. Ein Blick auf das Pappschildchen am Kuehlerschlauch: der letzte ölwechsel lag schon Ewigkeiten zurueck, der nächste wäre in 8000km fällig. "So lange schon nicht mehr gefahren?" wunderte sich L. Die Frage nach dem Vorbesitzer blieb weitgehend unbeantwortet. Stuermer fungierte wohl nur als Zwischenhändler fuer einen anderen und musste auch sofort seinen Auftraggeber anrufen, als L. den Gratiseinbau einer Anhängerkupplung verlangte. Nach einigem Hin- und Her gewährte der Auftraggeber 400,-DM Ermässigung, was immerhin halbwegs handelsueblichen 2,2% entsprach. Stuermer insistierte auf die knappe Marktlage beim 2,4-Liter-Modell und nannte ungefragt realistische Preise fuer den 1,9-Liter-Saugdiesel. L gruebelte. Die Marktlage war ihm durchaus bekannt; gute T4-Busse waren in der Tat rar. Und die Kilometer? 120000km in 4 Jahren macht 30000 pro Jahr, auch etwa 2500 im Monat - etwa doppelt so viel fuhr er selber im BMW herum. "Schwierig, schwierig!" dachte er. "Das besagt ja mal gar nichts: könnten auch einfach 125km Stadtverkehr pro Tag gewesen sein - na Mahlzeit!" Die dreijährige Garantie entpuppte sich als auf alle ölbefluteten Teile und auf Reparaturen bis max. 5000,-DM beschränkt und sollte 450,-DM extra kosten. "Also so eine Art Versicherung? Nein, danke..." So schnell ging das doch nicht. Nächster TüV-Termin, Brief, Vorbesitzer usw. galt es auch noch zu prüfen: L. bekundete Interesse und vereinbarte eine Probefahrt für Freitag nachmittag. Dann würde man ja sehen! (wird fortgesetzt!) |
|
|
|
| Sonntag, 12.11.2006 | Hier
die Fortsetzung (Teil 2 / 3)der
Geschichte rund um den Autokauf. (Zu Teil 1 / 3) "Marktforschung"Wie der geneigte Leser bereits im letzten Teil unserer Geschichte erfahren konnte, plagten L. aus M. schwere Rechnungen mit Prozent, Zinsabschlag, Laufzeit, Brutto- und Nettopreisen und abstrakten Dingen wie einmalige Sonderzahlungen oder Restwerte.Was waren das noch fuer Zeiten, in denen man Samstags frueh in irgendeinem Abrissviertel der Stadt an einer Tuer klingelte und mit uebelriechenden Säufernasen um den Preis einer alten Rostlaube feilschte! Nein - heutzutage musste es schon von einem Händler mit Krawatte und italienischen Schuhen sein; das erforderte schon die Tatsache, dass man ja selber solchermassen ausstaffiert war. Neu oder gebraucht, das war immer noch die Frage! Längere Berechnungen fuehrten zum Schluss, dass ein neuer Wagen - wenn auch finanzierbar - wohl doch die schlechtere Lösung war: hohe Versicherungsraten, ueber Jahre hinweg abzahlen so dass fuer durchzufuehrende Projekte nichts mehr uebrig bleiben wuerde, beim Leasingwagen die Hemmschwelle etwas umzubauen oder zu verbeulen! "Mal sehen was so bei den Händlern der Umgebung an Gebrauchten steht", dachte L., schwang sich aufs Motorrad und machte sich auf den Weg den Markt zu erkunden. Die guten Schnäppchen beim Händler um die Ecke waren freilich schon weg. Nur noch ein schwarzer Transporter ohne Fenster und Anhängerkupplung, dafuer aber mit den Segnungen eines 2,4-Liter-Diesels ausgestattet, wurde noch feilgeboten. "17.900,- tja, das wäre ein Angebot... etwas feilschen, vielleicht gibts die Kiste ja 1000 Mark billiger, das wäre schon die Kupplung!" Sitze gabs auch nicht. Hm. Sollten die Passagiere halt zuenftig im dunklen Laderaum sitzen! Beim alten 'Zerbe' in Wiesbaden standen gleich 4 identische Exemplare, mit Fenstern. Auch die Preisschilder waren vielversprechend: "NUR 18.280 DM!" "VW T4, BJ 94, 56000 km ..." las erfreut der leicht fröstelnde L. bis zur Stelle, wo "45 kW (61 PS)" stand. Seine Miene verfinsterte sich. Aus dem Katalog hatte er noch die groben technischen Gegebenheiten in Erinnerung, zu denen folgende Daten gehörten: Leergewicht 1750kg, Beschleunigung von 0 auf 80 in knapp 19 Sekunden! Hatte nicht ein Bekannter vor einigen Jahren ein ähnliches Fahrzeug erworben und jedes fehlende Milliwatt an Motorleistung beklagt? Wachte nicht eben dieser Bekannte heute noch in finsteren Nächten schweissgebadet auf und rief "Mehr Energie, Scotty!" ? Waren es nicht eben jene Momente, die einen um ein hundertfaches altern liessen in denen man verzweifelt auf Gaspedal trat und vergeblich auf eine merkliche Reaktion der Tachonadel wartete? "Nein, nur das nicht" murmelte L. und erklomm seine Maschine um weiter durch die sonntäglich stillen Industriegebiete zu streifen und die Gebrauchtwagenparkplätze der Händler zu suchen. Aber ausser mehreren suendhaft teuren Schwuchtelmodellen mit Pluesch und Chrom war nichts zu finden. Fortsetzung folgt (Teil 3 / 3). |
|
|
|
| Dienstag, 07.11.2006 |
"Deutsche Qualitätsarbeit"Schöner Schwank aus der F+E-Ecke: habe heute versucht einen MID in Betrieb zu nehmen. Der Aufkleber auf dem Teil gab die Durchflussrichtung vor, elektrische Beschaltung war auch dokumentiert, alles korrekt angeschlossen, Oszilloskop dran, Spannung ein - nichts. Niente, Null, Nix. Nach längerem Probieren habe ich dann getreu dem Motto "schaden kanns ja nichts" dann die Durchflussrichtung umgekehrt und siehe da: plötzlich gehts! Naja, das Ding kam aus Hessen. Die haben's ja nicht so mit der deutschen Sprache, da kann es schon mal passieren daß man einen Aufkleber falsch herum draufpappt .... Wie viele von den Dingern wohl reklamiert wurden? Lernt lesen und schreiben! Damian |
|
|
|
| Montag, 06.11.2006 | Griff in die Mottenkiste, Teil 1: wie L. sich ein neues
Auto kaufen wollte Gerade beim Aufräumen auf dem Server gefunden: Die Story habe ich mal anlässlich des Kaufs meines ersten VW-Bus geschrieben. "Und wir kriegen ihn doch..."...dachte sich der feiste Verkäufer im kleinkarierten Jackett, als L. mit sorgenschwerer Miene in den Räumen des örtlichen VW-Händlers um das ausgestellte Exemplar des T4 Kombi mit dem nagelneuen 2,5-Liter-TDI-Motor schlich und begehrlich auf die turnhallengrosse Ladefläche des Wagens schielte. "102
PS, 250 NM zwischen 1900 und 2300 U/min - tja, das wäre schon
recht!"
dachte dieser. Mannigfaltige
Fragen drängten sich ihm auf, als er kurz darauf das
Ladengeschäft
verliess. Was
mochte das wohl an Versicherung kosten? Auch die Steuern waren nicht
von
Pappe, aber das rechnete sich bei ca. 20000km Fahrleistung pro Jahr
schnell
gegen den deutlich höheren Kraftstoffkonsum des vergleichbaren
Benzin-Modells. Die Worte des Verkäufers klangen recht ueberzeugend. Ein vernuenftiges Gebrauchtmodell hätte bei einem Preis von 20000,- auch schon 100.000km auf dem Buckel, und der (fuer den BMW-verwöhnten Fahrer einzig akzeptable) TDI-Motor wäre gebraucht noch ueberhaupt nicht zu haben. Die Bank wuerde fuer den benötigten Kredit auch 450,-DM / Monat haben wollen - nein nein, dann lieber das gewuenschte Modell nagelneu fuer 21,-DM mehr! "Andererseits: muss das denn unbedingt sein?" zuckte es L. kurz durch den Kopf; bis ihm die Worte des weisen Vaters wieder einfielen der ihn erst kuerzlich einen Narren gescholten hatte dass er keinen Kredit fuer ein Auto aufnehmen wollte. "Kauf
Dir jetzt den VW-Bus, am besten einen Neuen!" hatte er gesagt.
|
|
|
|
| Sonntag, 05.11.2006 |
"Harter Bursche"Der Streifzug durch den Zoopalast (ganz schön miese Webseite für so einen Laden!) in Wiesbadengestern war lange mal wieder fällig. Was gibts besseres als nach getaner Hausarbeit ("...der Mann hat die ganze Arbeit..." - danke für diese Weisheit, Siggi Ebert!) seinem Hobby nachzugehen, Maulaffen feilzuhalten und das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Definitiv KEIN Schnäppchen war der Cyperus Alternifolius für das Schildkrötenaquarium, den ich schon so lange gesucht hatte. 22,50 Euro für eine Staude sind in der Tat fragwürdig (siehe dazu auch BGB § 138 - Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher), andererseits ist es mir bis heute nicht gelungen das Zyperngras in aquariumstauglicher Form nachzuziehen. Ganz im Gegensatz zu den Marmorkrebsen, die ebenda auch zum Verkauf stehen. Und ebenfalls zu Wucherpreisen wenn man bedenkt wie gut die sich vermehren lassen. Wucher hin oder her - ein Verkäufer war gleich zur Stelle und nahm meine Bestellung entgegen. Schlagartig wurde es stiller im Verkaufsraum - - der Pianospieler hört auf zu spielen und der Barmann hält im Thekewischen inne. Ein Raunen geht durch das umstehende Publikum: "... aah, der Alternifolius .... offenbar ein Kenner ...". Ein herbeigeeilter zweiter Verkäufer bemüht sich um eine passende Tüte für den Transport und kommt mit einer "Koi-Tüte" zurück. Unter großem Hallo wird das wertvolle Gewächs verpackt und die Rechnung geschrieben. Der erste Verkäufer rechnet im Stillen seinen nunmehr stark verbesserten Jahresbonus aus und die Kassiererin rückt ihr Dekoletee zurecht. Schätze, das darf man bei dem Preis durchaus erwarten. Zuhause
wurde das gute Stück dann gleich an seinen neuen Standort
gebracht. Mal sehen wie es sich entwickelt - eigentlich steht
für
den Pflanzentank nämlich eher eine Grundüberholung
als eine
punktuelle Neubepflanzung an.Abends in der Sauna erging dann der schwesterliche Ratschlag, von dem Kraut ein paar Zweige abzuschneiden und in Wasser zu stecken - "das klappt immer"! Habe ich dann heute auch gleich gemacht. Und damit es die Stecklinge auch so richtig schöne kuschelig an den Füßen haben, kam noch etwas Modder aus dem Wasserpflanzenkübel vom Balkon mit rein. Etwas seltsam war es schon, den Schlamm so mit den Händen da rauszugrabbeln. Und schweinekalt. Bewegt sich da nicht was in der Hand? Nö. Den Matsch ins Glas gefüllt, Wasser drauf und die Stengel rein, das Ganze am Fenster aufgestellt und fertig. Plötzlich bewegt sich was im Glas und ein Marmorkrebs wühlt sich, noch etwas steifgefroren, an die Oberfläche. Zähe Viecher, die Marmorkrebse. Alles andere Getier hat in der Wanne nämlich schon seit einiger Zeit das Zeitliche gesegnet bzw. die Fühler gestreckt. Würde mich mal interessieren ob er den Winter überlebt hätte? Eier trägt er auch noch, also habe ich ihn zu den anderen ins Aquarium zurückgesetzt. Die Brut kann ich dann demnächst zu Wucherpreisen nach Wiesbaden verkaufen ... Damian |
|
|
|
| Freitag, 03.11.2006 |
"Feucht in Poppenhausen?"oder "Woran denken meine Kollegen wenn sie nichts zu tun haben?"(Anlässlich einer längeren Autofahrt, in diesem Fall beim Passieren des Ortes "Feucht" bei Nürnberg - ich gebe ja zu daß das jetzt aus dem Zusammenhang gerissen ist, SCNR) Muss jetzt Wein trinken gehen, Prost Damian |
|
|
|
| Dienstag, 31.10.2006 |
"Früher war alles besser"
In den Nachrichten wurde es gerade angekündigt: der Winter
kommt. |
|
|
|
| Montag, 30.10.2006 |
"Das Hessische
Ministerium für Schwachsprech"
Daß Hessen sich die Bildung seiner Bürger auf die
Fahne geschrieben
hat dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Rolli Koch und
seine
Kumpane lassen keine Gelegenheit aus, in eine Kamera zu feixen und sich
für Bildung, deutsche Leitkultur und Verbesserung des
Schulsystems
auszusprechen. Nicht daß ich was dagegen hätte - im
Gegenteil! |
![]() |
Zurück zu den aktuellen Seiten! |
![]() |
10.05.2007 |
![]() |